Beratung und therapeutische Unterstützung bei Entscheidungsschwierigkeiten und inneren Konflikten

Schwierigkeiten im Zusammenleben mit anderen entpuppen sich bei näherem Hinsehen häufig auch als Schwierigkeiten im Zusammenleben mit uns selbst und unserer inneren Pluralität. Kontakt erzeugt in uns innere Selbstgespräche, wie wir (re)agieren sollen oder wollen oder sollten, und nicht selten auch innere Konflikte. Wir fühlen uns un-eins mit uns selbst, haben gegensätzliche Wünsche und Impulse, fühlen uns innerlich zerrissen oder gelähmt. Ganz gleich, ob Bekannte uns einladen, der Chef eine besondere Anforderung stellt, die Kinder eine Unternehmung planen oder der Partner uns kritisiert: wir müssen uns dazu stellen, eine Haltung und ein Verhalten zeigen, was letztlich bedeutet, innerlich eine Entscheidung zu treffen. Kein Problem, wenn wir eindeutige Reaktionen fühlen wie : „Oh ja, gerne!“ oder: „Auf keinen Fall!“ Viel schwieriger aber, wenn sich innerlich nur ein einerseits – andererseits erspüren lässt. Selbst wenn wir nicht reagieren, enthält diese Vermeidung eine Botschaft an unser Gegenüber. So würden die Bekannten ihre Einladung vermutlich als (auf unfreundliche Weise) abgelehnt verstehen, der Chef seine Anforderung als selbstverständlich akzeptiert, die Kinder ihre Unternehmung als erlaubt und der Partner seine Kritik als Anlass für beleidigten Rückzug.

Viele Menschen kennen solche Entscheidungsunsicherheiten aus tausend alltäglichen Situationen und fühlen sich praktisch ständig unter Entscheidungsdruck, verbunden mit dem
bedrohlichen Gefühl, eine falsche Wahl treffen zu können.
Für andere treten solche Entscheidungsunsicherheiten nur in einigen spezifischen wiederkehrenden Situationen auf, die sie dann aber auch als beeinträchtigend erleben.
Manche Menschen stehen auch vor besonders existentiellen, schwerwiegenden Entscheidungen, etwa ob sie einen anderen beruflichen Weg einschlagen oder eine Partnerschaft beenden sollen. Solche grundlegenden Fragen erzeugen besondere Ängste vor Fehlentscheidungen und führen deshalb oft zu quälend langen inneren Patt-Situationen oder Grübelkreisläufen, die viel Energie verbrauchen und damit für die Gestaltung des alltäglichen Lebens verloren gehen.

Mithilfe der Methode des Inneren Teams lassen sich am Beispiel schwieriger Kontaktsituationen die inneren Teammitglieder kennen lernen, die an der jeweiligen Entscheidungsfindung beteiligt sind. So wird ein tieferes Verständnis der Bedürfnisse und Sehnsüchte, der Ängste, Vorlieben und Antipathien aber auch der lebenstüchtigen, pragmatischen und sozial angepassten Anteile der ganzen Person möglich. Es gilt, diese Teammitglieder zunächst akzeptieren zu lernen mit ihrer jeweiligen Botschaft. Sie alle haben einen Zipfel der Wahrheit in Hinblick auf die gesamte Lebenssituation des jeweiligen Menschen im Blick und wollen sein Bestes. Auf dem Hintergrund eines solchen positiven Grundverständnisses wird ein wertschätzendes inneres Selbstgespräch der widerstreitenden Teammitglieder möglich, das nach und nach zu einer konsensfähigen Entscheidung führt. Das mag zunächst mühsam und umständlich klingen, ist aber die Voraussetzung für gute Innere-Team-Arbeit, vergleichbar der Arbeit eines Teams von mehreren Personen, die auch erst Früchte trägt, wenn man einander kennt und die anderen als wertvolle Ergänzungspartner für die Lösungsfindung schätzt.
Und ähnlich wie bei einem gut eingespielten Team aus mehreren Menschen ist die Zufriedenheit und das persönliche Wohlbefinden größer und es gibt weniger belastende innere Spannungen.

 

 

 

Stand: 16.10.2009
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