"Worum ging es?"

Zum Sinn und Geist dieser Vorlesungsreihe (von Prof. Schulz von Thun):

Worauf es im Leben ankommt, was anzustreben wert ist, was zu vermeiden oder zu überwinden Sinn macht – dazu hat jeder Pädagoge, jede Führungskraft, jede Beraterin, jeder Coach eine Philosophie. In meiner Kommunikationspsychologie erscheint als Meta-Ideal das Prinzip der „Stimmigkeit“. Dieses Ideal erlegt dem Menschen eine spannende und spanungsreiche Doppelorientierung auf: Erstens, der „Wahrheit der Situation“ zu entsprechen und zweitens „in Übereinstimmung mit sich selbst“ zu sein. Alle Kommunikationsmodelle (Inneres Team, Situationsmodell, Werte- und Entwicklungsquadrat, Kommunikationsquadrat, Teufelskreismodell, Riemann-Thomann-Modell) sind heuristische Werkzeuge des Geistes für die Suche nach Stimmigkeit. Erstaunlicherweise erweisen sie sich nicht nur für die Kommunikation, sondern auch für die Lebensführung / Lebenskunst als „Steine der Weisen“. So jedenfalls mein „Anfangsverdacht“!

So offenbart uns das Riemann-Thomann-Modell mit seinen „vier Himmelsrichtungen der Seele“ auch vier Quellen von Glück und von Weisheit und kann die Wege weisen für individuelle Entwicklung. – So gibt es nicht nur zwischenmenschliche Teufelskreise, sondern auch Lebensteufelskreise. Gut zu wissen und besser noch rechtzeitig zu erkennen. So enthält bereits das bekannte Kommunikationsquadrat nicht nur 4 Botschaften, sondern auch 4 Lebensaufgaben. So ist das „Innere Team“ für die Bearbeitung von Lebensthemen von hervorragender Bedeutung. Und stimmt es, dass für die zweite Lebenshälfte eine andere „innere Aufstellung“ stimmig ist als für die erste Lebenshälfte? Gerne würde ich eine „Philosophie des Alterns“ auf der Grundlage dieses Modelles entwerfen!– Schließlich hat unser Werte- und Entwicklungsquadrat auch eine existentielle Dimension: es kann uns helfen, die immanenten Herausforderungen unseres Daseins klug zu erkennen.

In dieser Vorlesungsreihe möchte ich gerne aus den genannten Modellen das herausholen, was sie als Kompass für die Reflexion und Bearbeitung von Lebensthemen zu bieten haben. Zusätzlich möchte ich ein neues und unveröffentlichtes kleines Modell zur Lebens(zwischen)bilanz vorstellen, zur Selbstreflexion anleiten und zur Diskussion stellen.

Der Sinn dieser Vorlesungsreihe wäre erfüllt, wenn Sie hinterher, professionell und existentiell, nicht nur klüger, sondern auch ein wenig weiser wären – oder genauer gesagt: angeregt wären, die eigenen Quellen der Weisheit zu erschließen. Als Begleitlektüre würde sich das neu erschienene Buch von Pörksen und Schulz von Thun eignen: „Kommunikation als Lebenskunst – Philosophie und Praxis des Miteinander redens“.