| Das "Werte-
und Entwicklungsquadrat" (Helwig 1967, Schulz von Thun
1989) bietet Orientierung sowohl für konkrete Situationen
als auch für die gesamte Lebensführung.
Die Prämisse
lautet: Jeder Wert (jede Tugend, jedes Leitprinzip, jede menschliche
Qualität) kann nur dann zu einer konstruktiven Wirkung
gelangen, wenn er sich in ausgehaltener Spannung zu einem
positiven Gegenwert, einer "Schwesterntugend" befindet.
Statt von ausgehaltener Spannung lässt sich auch von
Balance sprechen. Ohne diese Balance verkommt ein Wert zu
seiner entwerteten Übertreibung.
So braucht es
neben der Sparsamkeit auch Großzügigkeit, um nicht
zum Geizhals zu verkommen und umgekehrt bewahrt die Balance
mit Sparsamkeit den Großzügigen vor der Verschwendung.
Die
Entwicklungsrichtung findet sich nun in den Diagonalen. Wer
die Sparsamkeit übertreibt und zum Geizigen wird, dessen
Entwicklungspfeil zeigt zur Großzügigkeit und komplementär
gilt es für den Verschwenderischen, die Sparsamkeit zu
entwickeln.
Für eine
wertegeleitete Kommunikation gilt es, die maßgeblichen
Werte erst zu ermitteln. Sie sind der Situation inhaerent,
und dem Menschen, der auf diese Situation antwortet.
Dieses von Helwig
stammende Wertequadrat hat Schulz von Thun für die Belange
der zwischenmenschlichen Kommunikation und die Persönlichkeitsentwicklung
ausgebaut und mit dem Entwickungsgedanken verbunden.
Mit
Hilfe des Werte- und Entwicklungsquadrates kann es uns gelingen,
Wertvorstellungen und persönliche Maßstäbe
in dynamischer Balance zu halten und in konstruktiver Weise
wirksam werden zu lassen. Insbesondere können wir damit,
für uns selbst und für andere, die anstehende Entwicklungsrichtung
herausfinden.
Literatur:
Schulz
von Thun: Miteinander reden 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung.
1989. S. 38-55
Schulz von Thun/Ruppel/Stratmann:
Miteinander reden für Führungskräfte. 2000.
S. 52-59
Helwig, P.: Charakterologie.
Freiburg im Breisgau 1976
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