Lebenslauf
1944
Geboren: 6. August 1944 in Soltau (wegen Ausquartierung gebärender
Mütter aus dem bombardierten Hamburg), als erster und einziger Sohn
von Wilma Schulz von Thun und dem späteren Rechtsanwalt Walter
Schulz von Thun.
1944 - 51
Kindheit in Hamburg-Rahlstedt sowie im Gästehaus des Hamburger
Senats („Haus Wedells“), wo der Großvater mit seiner Frau als
Hausmeister wohnte.
1951 - 54
Grundschulzeit bei den Großeltern, Besuch der Grundschule in
Esingen (bei Tornesch, Holstein).
1954 - 65
Gymnasium an der althumanistischen „Gelehrtenschule des
Johanneums“ in Hamburg. Schwierige Zeit von der 8.-11. Klasse mit
Klassenwiederholung (s. „Schulerinnerungen“), doch dann Abitur
1965.
1965 - 67
Wehrdienst in Roth b. Nürnberg und in Hamburg, 1982 nachträglich
Kriegsdienstverweigerung.
1967 - 71
Studium der Psychologie (mit Pädagogik und Philosophie) in
Hamburg, zunächst auch Jura. 1971 Dipl.-Psych.
1958 - 70
Schach. Turnierspieler seit Anfang der sechziger Jahre. 1966 – 68
Vorsitzender des „Schachclub Johanneum/Alstertal e.V.“. 1968
Deutscher Hochschulmannschaftsmeister. Gegen Ende des Studiums
Schluss mit Schach.
1971 – 73
Promotion bei Prof. Reinhard Tausch und Prof. Inghard Langer über
„verständliche Wissensvermittlung“. Dr. phil. 1973. Daraus entstand
das „Hamburger Verständlichkeitskonzept“, 1974 (6. Aufl. 2006),
zusammen mit Inghard Langer und Reinhard Tausch.
1973 – 75
Assistent bei Reinhard Tausch 1973 – 75 mit Schwerpunkt auf
Forschungsmethoden in der Klinischen und Pädagogischen
Psychologie. 1973 gemeinsame Reise mit Reinhard und Anne-Marie
Tausch zu „Basic Encounters“ von Carl Rogers in La Jolla,
Kalifornien. Treffen mit Carl Rogers. Veröffentlicht in „Meine Lehrzeit
bei Reinhard Tausch“.
Seit 1970
Kommunikationstrainings für Lehrer und Führungskräfte seit
Ende der sechziger Jahre. Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit
mit Bernd Fittkau und Inghard Langer als „Kommunikationstrainer“
bei der BP. Zusammen mit Bernd Fittkau und Martin Müller-Wolf
Gründung eines „ZKVT“ (Zentrum für Kommunikations- und
Verhaltenstraining). 1970 das erste Seminar bei der BP (British Petrol)
Deutschland.
1972 -77
Die erste Ehe 1972 – 1977 mit der Lehrerin Hannelore Heidenreich
blieb kinderlos.
1975
Habilitation 1975, sog. „kumulativ“ aufgrund diverser
wissenschaftlicher Veröffentlichungen, überwiegend zur Messung und
Trainierbarkeit von Textverständlichkeit. Habilitationsvortrag über
„Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der
Individualpsychologie Alfred Adlers und der modernen
Verhaltenstherapie“, erschienen 1978.
1975
Berufung auf eine Professur (H 2) für Schulpsychologie in
Hamburg 1975, eine „Hausberufung“ ins Psychologische Institut II
der Universität Hamburg. Dort bis 2009 tätig. Zusammen mit
Alexander Redlich Aufbau eines praxisorientierten Schwerpunktes
„Beratung und Training“, mit der Idee, das Wissen, das Können und
das Sich-selbst-erfahren miteinander zu verbinden.
1976 "Beamter auf Lebenszeit"
1974 – 80
„Zweiter Bildungsweg“ in verschiedenen Schulrichtungen der
Humanistischen Psychologie. Zusammen mit Inghard Langer holten
wir prominente Vertreter als Lehrbeauftragte nach Hamburg (z.B.
Hilarion Petzold für Gestalttherapie, Gretel Leutz für Psychodrama,
Hans Näf für TZI), wir Professoren nahmen selbst teil oder machten
Co-Leitung.
1974 - 77
Das Kommunikationsquadrat (damals „Nachrichtenquadrat“)
entstand in den Kursen bei der BP ca. 1974, ich „erfand“ es für den
Einführungsvortrag Kommunikation, für den ich zuständig war.
Erstmalig veröffentlicht 1977, damals noch ohne die „vier Ohren“.
seit 1977
Ruth Cohn. Im Rahmen des „zweiten Bildungsweges“ (s.o.)
Teilnahme an einem 2-wöchigen Kurs bei Ruth Cohn am Hasliberg in
der Schweiz 1977. Beginn einer „Lehrzeit bei Ruth Cohn“ in TZI und
Gestalttherapie und in der geistigen Welt der Humanistischen
Psychologie.
1979: Verleihung der Ehrendoktorwürde an Ruth Cohn durch den
Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg, initiiert zusammen
mit Inghard Langer.
1981
„Miteinander reden“ – Störungen und Klärungen" erschien als
Taschenbuch im Rowohlt-Verlag. Dieser erste Band der Trilogie ist
heute ein Klassiker, schon in der Schule gehört er zum Kanon,
nachdem sich der Deutschunterricht zum Kommunikationsfach
erweitert und verwandelt hat. Seine Auflage hat 1,3 Millionen
überschritten.
1984
Beginn einer Train the Trainer-Fortbildung, organisiert vom IWL
München, Institut für wissenschaftliche Lehrmethoden, Jens Uwe
Martens.
seit 1986
Gründung eines Arbeitskreises Kommunikation und
Klärungshilfe, nachdem eine deutliche Nachfrage nach der Schulz von
Thun’schen Kommunikationspsychologie erkennbar wurde (z.B.
deutschlandweite Gynäkologenfortbildung mit mehreren Modulen).
1986
Zweite Ehe mit Ingrid Schulz von Thun, geb. Schmidt, ebenfalls Dipl.-
Psych., Leiterin einer Erziehungs- und Lebensberatungsstelle.
1987
Geburt des ersten Kindes, Felix Semander.
1988
erscheint die „Klärungshilfe“ im Rowohlt-Verlag, auf der Grundlage
der Hamburger Dissertation von Christoph Thoman (Bern) und als
Frucht langjähriger Zusammenarbeit seit 1977. „Klärungshilfe“ ist
angewandte Kommunikationspsychologie für Mediation und
Paarberatung.
Christoph Thomann hat in den nachfolgenden Jahrzehnten die
Klärungshilfe weiter ausgebaut, 1998 erschien Band 2 und 2007 Band
3.
1989
„Miteinander reden 2“. Der zweite Band („Stile, Werte und
Persönlichkeitsentwicklung“ verbindet das Kommunikationsquadrat
(Bd. 1) mit dem in der „Klärungshilfe“ entwickelten Teufelskreis-
Modell und mit dem von Helwig inspirierten Werte- und
Entwicklungsquadrat zu einem Modell-Trio, um acht verschiedene
Kommunikationsstile zu ergründen und den Kompass für
Interventionen zu stellen.
Die Gesamtauflage liegt inzwischen bei 715.000.
seit 1991
Start eines großen Train-the-Trainer-Curriculums auf
kommunikationspsychologischer Grundlage als Ausbau
der von IWL seit 1984 organisierten Reihe. Diese Weiterbildungsreihe
ist für den wirtschaftlichen Bereich konzipiert (www.iwl-seminare.de).
seit 1991
Start eines analogen Curriculums für den psycho-sozialen,
pädagogischen und gesundheitlichen Bereich:
Zusatzausbildung Kommunikationspsychologie, organisiert und
veranstaltet von der Universität Hamburg (www.zkp-online.de).
seit 1992
Erweiterung des „Arbeitskreises Kommunikation und
Klärungshilfe“, um den Bedarf an qualifizierten Dozenten und
Trainern für die neuen Curricula zu decken. Nach einiger Fluktuation
bleibt ein harter Kern enger Zusammenarbeit bis heute zusammen: Karl
Benien, Stephan Bußkamp, Regine Heiland, Gabi Manneck, Johannes
Ruppel, Eberhard Stahl, Roswitha Stratmann (alle Hamburg) und
Christoph Thomann (Bern).
1993 – 98
Erarbeitung und Erprobung eines Modells vom inneren Menschen: das
Innere Team, um die „Innenseite der Kommunikation“ zu ergründen,
erfahrbar und für die Selbststeuerung zugänglich zu machen. Die
seminaristische Erprobung und Didaktik wird assistiert von Eberhard
Stahl und später vor allem von Roswitha Stratmann (Entwicklung von
Kursbausteinen speziell zum Inneren Team).
1994
Geburt einer Tochter als zweites Kind, Maxie Marlen.
1998
„Miteinander reden 3“, der 3. Band der Trilogie veröffentlicht das
Innere Team und verbindet es mit dem Gedanken der „Wahrheit der
Situation“ zur Stimmigkeitslehre, dem Herzstück der Schulz von
Thun’schen Kommunikationspsychologie.
Dieser 3. Band, des Autors Lieblingswerk, hat inzwischen eine
Gesamtauflage von 378.000.
seit 2000
„Miteinander reden: Praxis". Herausgabe einer Reihe im Rowohlt-
Taschenbuchverlag mit mittlerweile 15 Bänden, darunter auch die
Klärungshilfe 1 – 3 von Christoph Thomann. Den Start setzte 2000 die
„Kommunikationspsychologie für Führungskräfte“ (zusammen mit
Johannes Ruppel und Roswitha Stratmann, Gesamtauflage mittlerweile
132.000).
Seit 2005:
Co-Herausgaben mit Dagmar Kumbier zur Interkulturellen
Kommunikation und zu neuen Entwicklungen in der
Kommunikationspsychologie (Impulse, Bd. 1-3.)
2001
Integrations-Preis der Stiftung Apfelbaum, dotiert mit 10.000 DM für
die Verbindung von Wissenschaft und Alltagspraxis.
2001
Erhalt des erstmalig vergebenen und mit 25.000 DM dotierten Großen
Georg-Gottlob-Preises in Würdigung des Lebenswerkes, vergeben
von der Georg-Gottlob-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem BDP
(Bund Deutscher Psychologen).
Der bei der Preisverleihung in Bonn gehaltene Vortrag enthält eine
„Quintessenz nach 30 Jahren als Wissenschaftler, Berater und Trainer“.
Sie ist schriftlich ausformuliert in „Klarkommen mit sich selbst und
anderen“, 2004, S. 11 – 59.
2002
Start eines dritten offen ausgeschriebenen Curriculums:
Kommunikation und Führung, die Weiterbildungsreihe für
Führungskräfte, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis
Kommunikation und Klärungshilfe, und veranstaltet von Johannes
Ruppel (www.kommunikation-fuehrung.de).
2005
Preis des Fachbereiches Psychologie der Universität Hamburg für
herausragende Lehre, dotiert mit 2.500 €.
2006
Reduzierung der Professur an der Uni Hamburg auf 50 %, um das
„Schulz von Thun-Institut für Kommunikation“ (www.schulz-von-thun-
institut.de) auszubauen und der Kommunikationslehre auch nach
dem Ausscheiden aus der Universität einen Ort der Verbreitung und
Weiterentwicklung zu geben, weiterhin in enger Kooperation mit dem
Arbeitskreis, der sich als Netzwerk konfiguriert.
2007
„Miteinander reden – Fragen und Antworten“, ein Ergänzungsband
zur Trilogie 1 – 3 mit neuen Erkenntnissen und Einsichten und einem
zusätzlichen persönlichen Kapitel, den eigenen geistigen Werdegang
betreffend. Das ganze Buch ist, auch häufige Fragen aus dem Hörer und
Leserkreis aufgreifend, durchgehend in Form Frage – Antwort
verfasst.
2007/08 und 2008/09
Übernahme des Sprecheramtes am Fachbereich Psychologie.
2009
Live Achievement Award der Deutschen Weiterbildungsbranche für das
Lebenswerk, verliehen auf den Petersberger Trainertagen 2009 in Bonn.
2009
30.09. Pensionierung. Abschiedsvortrag im Audimax am 23.10.2009
(„Was ich noch zu sagen hätte“)
Das Schulz von Thun-Institut bezieht neue eigene Räume in der
Warburgstraße (Nähe Hamburg. Dammtor).