Neue Veröffenlichungen

von unseren Dozentinnen und Dozenten

Katrin Baum, Cornelia Deeg:
Sich verständlich ausdrücken - Trainingsprogramm.
reinhardt, 2018

Texte verständlich schreiben? Briefe ansprechend verfassen? Fachtexte spannend aufbereiten?

Dieses Übungsbuch zum Bestseller "Sich verständlich ausdrücken" (F. Schulz von Thun, I. Langer, R. Tausch) bietet praktische Schreibanleitung mit vielen Trainingsvorschlägen, um leserorientiert schreiben zu lernen. Anhand unklarer E-Mails, komplizierter Hinweisschilder und verdrehter Formulierungen werden die Fallstricke schriftlicher Kommunikation aufgezeigt. Ein Trainingsprogramm mit praktischen Übungen lädt anschließend dazu ein, eigenen Texte anhand der 4 Verständlichmachern „Einfachheit“, „Gliederung“, „Kürze“ und „anregende Zusätze“ besser zu formulieren.

Vorwort von Prof. Schulz von Thun

Vorwort von Prof. Schulz von Thun

Ein neues Buch zur Förderung der Verständlichkeit – ich bin entzückt und beglückt! Entzückt, dass unser „ Klassiker“ von 1974 noch einmal Nachwuchs bekommt! Der Klassiker von Langer, Schulz von Thun und Tausch, ursprünglich mit dem langen Titel Verständlichkeit in Schulen, Verwaltung, Politik, Wissenschaft – mit einem Selbsttrainingsprogramm zur Darstellung von Lehr-und Informationstexten, hat sich zwar erfreulich als ein Longseller entwickelt (jetzt in 10. Auflage unter dem Titel Sich verständlich ausdrücken). Aber er ist ergänzungsbedürftig geworden, um Anschluss zu gewinnen an die moderne Zeit mit ihren vielfältigen Entwicklungen.

Wie war das Grundlagenwerk damals zustande gekommen? Unser Lehrer Reinhard Tausch (1921-2013) war verdrossen, zermürbt und verärgert über die vielen Texte aus Wissenschaft und der Behördenwelt, aus Schulbüchern, von Unternehmen und Zeitschriften, die er nicht verstand: „Wenn ich es als Professor schon nicht verstehe, wie soll es dann ein Normalsterblicher verstehen!?“ - Das sei doch gerade die Aufgabe von Textautoren, schwierige Inhalte so zu vermitteln und zu erklären, dass sie in den Kopf eines aufgeschlossenen Lesers oder einer Leserin hineingeht, oder? Aber gut gemeinte Appelle würden nichts ausrichten. Wir bräuchten zunächst zweierlei: 1. gesichertes Wissen darüber, was Texte verständlich macht. Das sollte Inghard Langer (1943-2013) in seiner Doktorarbeit erforschen. Und 2. ein Trainingsprogramm für Textautoren, um zu lernen und zu üben, wie man diese erforschten Verständlichmacher verwirklicht – das sollte ich in meiner Doktorarbeit entwerfen und evaluieren. So geschah es, und das „Hamburger Verständlichkeitskonzept“ mit den 4 Faktoren Einfachheit, Gliederung-Ordnung, Kürzel-Prägnanz und zusätzlicher Stimulanz war geboren und wissenschaftlich fundiert. Ich selber war der erste Nutzanwender und habe davon enorm profitiert - die Millionenauflage meines nachfolgenden Buches “Miteinander reden“ mag dafür ein Beleg sein.

Seitdem hat sich hierzulande viel getan. Schul-und Lehrbücher sind deutlich verständlicher gestaltet – mit guten Abbildungen (die wir damals nicht untersucht haben) und im Internet mit interaktiven Animationen. Gelegentlich sind sogar Bauanleitungen, Behördenschreiben, Vertragstexte von Versicherungen für Laien und Nichtjuristen nachvollziehbar. Aber noch immer ist hier viel zu tun, immer noch und immer wieder lese ich Artikel in meiner Wochenzeitung, die sich im achten Himmel der gelehrsamen Abstraktion bewegen. Und ich werde genauso verdrossen, zermürbt und verärgert wie damals Reinhard Tausch, wenn ich allenfalls „Bahnhof“ verstehe. Bin ich zu dumm, obwohl inzwischen auch Professor? Oder hatte der Autor mehr als genug damit zu tun, den Text stimmig werden zu lassen für das, was in seinem Kopf vor sich geht – und hatte einfach nichts mehr übrig für die Frage, wie er es hinkriegen kann, den Text für jemanden zu formulieren, der all das nicht im Kopf hat? Dann wird es Zeit, den Didaktiker in ihm (oder in ihr) zu wecken, der eine Einfühlung (kognitive Empathie) entwickelt, was im Kopf des Adressaten vor sich gehen mag. Dann kann er ihm mithilfe der vier Verständlichmacher eine Brücke bauen. Das vorliegende Buch wird ihm oder ihr dabei entscheidend weiterhelfen.

Noch etwas ist geschehen in der Zwischenzeit, etwas ganz anderes: Die Kommunikationspsychologie hat sich weiter entwickelt (Schulz von Thun, Miteinander reden 1-3, 1981, 1989 und 1998). Das Modell vom Kommunikationsquadrat enthält die Erkenntnis, dass jede menschliche Äußerung und jeder Text in Hinblick auf 4 gleich wichtige Aspekte gehört, analysiert und kommunikativ gestaltet werden kann – und muss. Und gelingende Kommunikation ergibt sich aus dem Zusammenspiel aller 4 Seiten: Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehung und Appell. „Erst quadratisch wird die Sache rund!“ sagen wir heute. Damals (1974) haben wir nur die Verständlichkeit der Sachinformation im Auge gehabt. Aber was ist mit den anderen drei Seiten? Die Autorinnen des vorliegenden Buches, Katrin Baum und Cornelia Deeg, haben es hier unternommen, die Verständlichkeit von Texten „ins Quadrat“ zu nehmen. Also nicht nur Vorschläge und Übungen für die Darstellung des Sachinhaltes vorzulegen, sondern auch für die Gestaltung der Selbstkundgabe, der Beziehungsansprache und des Appells. Denn ob wir wollen oder nicht, bei der Formulierung eines Textes, zum Beispiel eines Geschäftsbriefes, bringen wir alle 4 Saiten (diesmal mit ai geschrieben) zum Klingen. Und ob Sie wollen oder nicht: der Empfänger hört oder liest mit „4 Ohren“, und alles kommt gleichzeitig bei ihm an und landet in seinem Kopf und in seinem Herzen. - Damit erweitern die Autorinnen den Anspruch: es geht nicht mehr nur um die reine Verständlichkeit, sondern auch um den guten Ton. Die Frage „Wie fühle ich mich angesprochen durch die Art, wie Du mit mir sprichst?“ kommt jetzt hinzu zu der ursprünglichen Frage „Wie kann ich das kapieren, was Du mir vermitteln willst?“.

Dafür trifft es sich gut, dass Katrin Baum und Cornelia Deeg vor langer Zeit die Kommunikationspsychologie bei mir in Hamburg studiert haben und derzeit als Dozentinnen für unser Institut unterwegs sind. Aber nicht nur das, sie haben auch langjährige Erfahrungen mit Trainingsveranstaltungen für Menschen, die in Unternehmen für die Geschäftskorrespondenz zuständig sind. Die Beispiele, mit denen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, es in den zahlreichen Übungen zu tun bekommen werden, profitieren von diesem Praxishintergrund. Wahrscheinlich wird es Ihnen ähnlich wie mir ergehen, wenn Sie dieses Buch durcharbeiten: es macht Spaß, eigene Formulierungen zu probieren – und sie dann anschließend mit den Empfehlungen der Meisterinnen zu vergleichen! Da ergeben sich doch ganz neue Optionen! Vielleicht werden Sie nicht jede Empfehlung wortwörtlich übernehmen wollen, und das wäre gut so und ganz im Sinne der Autorinnen. Denn Kommunikation sollte idealerweise stimmig sein, und das heißt: in Übereinstimmung mit dem, der spricht oder schreibt, und in Übereinstimmung mit den Besonderheiten des Kontextes, den Sie vor Augen haben. Dieses Gefühl für Stimmigkeit zu schärfen, dies wird sich als unausweichlicher Begleitnutzen dieses Buches erweisen.

Kundig und erfrischend der Text, erhellend und pfiffig die Abbildungen von Katrin Baum – ich bin beglückt, dass ich diesem „Nachwuchs“ noch einen herzlichen Willkommensgruß entgegenbringen kann! Und ich darf ahnen, dass für Reinhard Tausch und Inghard Langer die Freude nicht geringer gewesen wäre.

Julia Gerick, Angela Sommer, Germo Zimmermann (Hrsg.):
Kompetent Prüfungen gestalten: 50 Prüfungsformate für die Hochschullehre
utb, 2017

Das Buch gibt einen Überblick über unterschiedliche, innovative Prüfungsformate:
53 Prüfungsmethoden werden in ihrer Anlage und Funktion aufgezeigt und ihre Verwendung in der Hochschullehre erörtert. Trainer, Lehrende und Weiterbildungsverantwortliche, deren Rolle auch die Abnahme von Prüfungen beinhaltet, finden hier eine reichhaltige Quelle  methodischer Anregungen für die Gestaltung von Prüfungs- und Abschlussformaten.

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