In diesem Impuls-Arktikel dreht sich alles um das Riemann-Thomann-Modell und wie wir es für verschiedene Bereiche unseres (Berufs-)Lebens nutzbar machen können. Wenn du nach dem kleinen Impuls-Artikel neugierig geworden bist und Lust hast auf Vertiefung, findest du nachfolgend einige Impulstage.
Übrigens: Unsere Impulstage sind auch als Inhouse-Seminare buchbar. Wenn du Interesse hast, wende dich gern an Kathrin Zach: k.zach@schulz-von-thun.de.
Für alle weiteren Fragen rund um die Impulstage steht dir Regine Aicher zur Verfügung: r.aicher@schulz-von-thun.de.
Herzliche Grüße
dein Team vom Schulz von Thun Institut
Das Riemann-Thomann-Modell
Die Qualität unserer Kommunikation beeinflusst die Qualität unserer Beziehungen. Und mit Beziehungen steht und fällt unser Leben – beruflich wie privat.
Zu unserer Kommunikation gehören dabei immer zwei Fragen:
Was möchte ich sagen? Und wie sage ich es?
Die erste Frage hat mit uns selbst zu tun. Mit unserem Anliegen, unserer inneren Haltung, unserer Botschaft. Die zweite Frage hat mindestens genauso viel mit unserem Gegenüber zu tun.
Denn die Art und Weise, wie ich meine Gedanken und all das, was in mir ist, in Worte fasse, kann darüber entscheiden, ob ich bei meinem Gegenüber Gehör finde oder eher auf Widerstand stoße.
Und damit ist nicht nur gemeint, respektvoll, höflich und auf Augenhöhe zu kommunizieren. Das sind die Basics, so möchten alle Menschen angesprochen werden. Doch darüber hinaus liegt ein breites Feld, in dem wir Menschen uns unterscheiden in unseren Vorlieben der Ansprache und Kontaktgestaltung.
Was ist dir persönlich in (beruflichen) Kontakten das Wichtigste?
Ein klarer Rahmen mit Ziel, Ablauf und nächstem Schritt? Oder lieber Spielraum für Spontanität und Mitgestaltung? Ein warmer, vertrauter Beziehungston? Oder ein sachlicher Austausch, der ohne viel Smalltalk direkt zum Punkt kommt?
Wahrscheinlich ist dir auch all das Beschriebene wichtig, in manchen Situationen mehr das eine – in anderen mehr das andere.
„Vier Himmelsrichtungen der Seele“
Das Riemann-Thomann-Modell beschreibt, wie sich Menschen hinsichtlich ihrer Strebungen nach Dauer und Wechsel, Nähe und Distanz unterscheiden:
Wir alle tragen diese vier Strebungen in uns – mit den dazugehörigen Bedürfnissen, Stärken, Empfindlichkeiten und Schattenseiten. Die Gewichtung und Ausprägung unterscheiden sich allerdings deutlich.
Friedemann Schulz von Thun nennt die vier Pole auch „die vier Himmelsrichtungen der Seele“. Dem Modell zufolge hat jeder Mensch ein individuelles seelisches Heimatgebiet, das anzeigt, wo die Stärken einer Person liegen, welche Werte oder Verhaltensweisen ihre Grundängste berühren und wonach sie sich sehnt.
Vielleicht fällt dir die eigene Einordnung schwer? Im Beruf eher Wechsel, privat eher Dauer; mit manchen Menschen Nähe, mit anderen Distanz. Genauso ist es: Das Modell ist situativ zu verstehen. Und doch zeigen sich bei vielen Menschen Grundtendenzen, die sich durch verschiedene Lebensbereiche ziehen und situationsübergreifend wiederholen.
Nicht schwierig – nur anders gestrickt
Das Modell erklärt auch, weshalb wir mit manchen Menschen sofort auf einer Wellenlänge sind, während wir mit anderen einfach nicht warm zu werden scheinen oder sogar anecken. Nicht unbedingt, weil jemand schwierig ist, sondern weil wir im Riemann-Thomann-Modell aus unterschiedlichen „Heimatgebieten“ kommen. Das kommt überall vor, im Privaten wie im Beruf.
Was für mich verbindlich und gut vorbereitet wirkt, kann für mein Gegenüber eng und unbeweglich sein. Was ich als herzlich und zugewandt meine, kann bei anderen als anhänglich ankommen. Und was ich als klar und effizient empfinde, kann kühl oder abweisend wirken.
Das Riemann-Thomann-Modell dient uns als „Toleranzmodell“ für mehr Selbst- und Fremdverständnis. Toleranz bedeutet nicht, den eigenen Standpunkt aufzugeben oder alles gutzuheißen. Und Verstehen bedeutet nicht, dass ich auch einverstanden sein muss. Aber es verändert etwas, wenn ich nicht nur sehe, was mich am anderen stört, sondern auch, welches Bedürfnis dahinter liegen könnte. So können aus Fremdheit Verstehen und Toleranz entstehen.
Im Beruf treffen solche Unterschiede ständig aufeinander: zwischen Kolleg:innen, Mitarbeitenden, Führungskräften oder im Kontakt mit Kund:innen. Ein knapper Ton muss keine Abneigung bedeuten, sondern kann Ausdruck von Sachlichkeit und Effizienz sein. Smalltalk wiederum ist nicht automatisch Zeitverschwendung, sondern kann dem Bedürfnis nach Kontakt und Vertrauen entsprechen.
Wer solche Unterschiede erkennt, kann Kommunikation bewusster gestalten: nicht beliebig, nicht anbiedernd, sondern empfängerzentriert. Also so, dass die eigene Botschaft beim Gegenüber wirklich ankommen kann.
Darum geht es in unserem neuen Fokusthema:
Die empfängerzentrierte Kommunikation mithilfe des Riemann-Thomann-Modells.
Initiatorin des neuen Angebots ist unsere Kollegin Anna Fuchs, Expertin für Transkulturelle Kommunikation und Autorin von „Transkulturelle Herausforderungen meistern“. In ihrer Arbeit mit dem Riemann-Thomann-Modell zeigt sie: Beachtliche Unterschiede gibt es nicht nur zwischen Kulturen, sondern auch innerhalb einer Kultur.
Ausgangspunkt waren wiederkehrende Anfragen zu Public Speaking, Stakeholder Management und Durchsetzungsfähigkeit. Bei genauerem Hinsehen geht es oft um eine grundlegendere Frage: Wie gelingt es, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen – und komplexe Inhalte so zur Sprache zu bringen, dass sie wirklich ankommen?
Menschen wirksam erreichen
Indem wir uns auf die Bedürfnisse unseres Gegenübers einlassen, entsteht Kontakt! Gleichzeitig können wir unsere Botschaft, unser Anliegen, so zur Sprache bringen, dass wir unser Gegenüber nicht nur informieren, sondern erreichen.
Empfängerzentriert zu kommunizieren bedeutet, eine Brücke zu bauen: Mal mit mehr Struktur. Mal mit mehr Spielraum. Mal mit mehr Verbindung. Mal mit mehr Klarheit und Prägnanz.
Mit dem Riemann-Thomann-Modell haben wir ein Werkzeug, mit dem sich Empfehlungen im Kontakt mit Menschen aus unterschiedlichen Heimatgebieten ableiten lassen:
Im neuen Online-Impulstag kompakt „Menschen wirksam erreichen“ am 29. Oktober 2026 mit Anna Fuchs nutzen wir das Riemann-Thomann-Modell, um die eigene Kommunikation stärker am Gegenüber auszurichten – in Präsentationen, Beratungsgesprächen, Teammeetings, Kundengesprächen oder überall dort, wo wir mit unserer Kommunikation etwas bewirken wollen.
Das Riemann-Thomann-Modell in weiteren Impulstagen
Online kompakt: Kleine Schule der Menschenkenntnis | Wie wir uns selbst und andere besser verstehen können. Einführung und Vertiefung des Modells für alle Lebensbereiche. | Termin: 22.10.2026, Leitung: Kathrin Zach
Online: Teamkenntnis | Die Gruppe verstehen. Denn nicht nur einzelne Menschen haben ein „Heimatgebiet“ im Modell – auch Teams und Gruppen. Für alle, die beruflich Gruppen und Teams begleiten. | Termin: 20.08.2026, Leitung: Gabi Manneck
Online: Umgang mit „schwierigen“ Mitmenschen! | Wie wir aus der inneren Bedrängnis wieder in die Handlungsfähigkeit finden. | Termin: 01.10.2026, Leitung: Karen Zoller
Online: Menschenkenntnis für junge Berufseinsteiger:innen | Für alle, die am Anfang ihres Berufslebens besser verstehen möchten, wie unterschiedlich Menschen ticken – und wie Kommunikation dadurch leichter gelingen kann. | Termin: 26.02.2027, Leitung: Annika Kroll